Jandy Nelson - Ich gebe dir die Sonne

Autor/in: Jandy Nelson
Verlag: cbt
Seitenanzahl:
420
ISBN:
978-3-570-16459-4
E-Book-ISBN: 978-3-641-19040-8
Internetseite des Verlags:
https://www.randomhouse.de/Buch/Ich-gebe-dir-die-Sonne/Jandy-Nelson/cbt/e499507.rhd#info

 

Aufmachung des Buches
Auf dem Cover von „Ich gebe dir die Sonne“ sieht man bunte Striche, die wie Sonnenstrahlen von dem Buchtitel in der Mitte wegführen. Die Gestaltung des Buches wirkt von daher eher schlicht, aber auch passend. Das Cover hat mich nicht zum Lesen des Jugendromans angeregt, hier war der Klappentext entscheidend.

 

Inhalt
Jude und Noah sind Zwillinge. Lange waren die beiden unzertrennlich bis zwischen den beiden eine Art Konkurrenzkampf entstanden ist. Jude ist im Alter von 13 Jahren die Draufgängerin, Noah ist in der Zeit der ruhige Typ. Er malt leidenschaftlich gerne und schwärmt heimlich für seinen Nachbarsfreund Brian. Seine Gefühle hält er geheim, zu sehr wird er von anderen Teenagern gehänselt. Zwischen Jude und Noah beginnen Eifersüchteleien, die ihre Zwillingsbeziehung an ihre Grenzen bringt.
Drei Jahre später hat sich das Leben der beiden Geschwister ,durch ein dramatisches Ereignis, stark gewandelt. Jetzt ist Noah der scheinbar selbstbewusste Junge und Jude hat sich zu einem Mauerblümchen entwickelt, die ,statt Noah, sich der künstlerischen Laufbahn gewidmet hat. Was ist passiert? Und können die Zwillinge sich wieder annähern? Eine rührende Geschichte rund um eine Geschwisterbeziehung, Liebe und Freundschaften aus der abwechselnden Sicht der beiden Zwillinge wir in dem Buch erzählt.

Meine Meinung
Der Klappentext „Ich gebe dir die Sonne“ von Jandy Nelson hat mich sehr angesprochen. Das Buch hat mich beim Lesen auch nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, es zog mich in den Bann. Ich habe nicht damit gerechnet, dass mich die Geschichte rund um die Zwillinge Jude und Noah so berühren wird. Ich musste mich zwar erst daran gewöhnen, dass die Handlung aus zwei Sichten und Zeiträumen erzählt wird, doch schließlich machte genau dieser Erzählstil das Buch sehr lesenswert. Die Geschichte wird unter den Kapitelnamen „Das unsichtbare Museum“ (Noahs Sicht) und „Die Geschichte des Glücks“ (Judes Sicht) erzählt. Dabei muss man erwähnen das Noahs Kapitel zeitlich früher spielen als Judes Kapitel. So erfährt man von dem charakterlichen Wandel der Geschwister und fragt sich, wie es dazu kam. Dies wird nach und nach geklärt, was die Geschichte interessant macht.

 

Noah ist in den Kapiteln „Das unsichtbare Museum“ ein in sich gekehrter Junge, der seine Homosexualität geheim halten möchte. Er entwickelt Gefühle für seinen neuen Nachbarsfreund Brian, kann aber nicht offen darüber sprechen. Immer wieder wird er von anderen Jungs gehänselt. Mir tat Noah sehr leid. Seine Erlebnisse werden sehr rührend beschrieben, so dass ich für ihn gehofft habe, dass auch er mal Erfolge erlebt. Er liebt das Malen und entwickelt eine große Leidenschaft dafür. Unbedingt möchte er auf die nahgelegene Kunst-High-School gehen. Die Mutter der Zwillinge möchte die beiden auch gerne auf dieser Schule sehen. Hierbei entwickelt sich schon bald ein Konkurrenzkampf zwischen Jude und Noah.
Letztendlich werden wir in Judes Kapitel „Die Geschichte des Glücks“ erfahren, in wie weit die beiden auf der Kunsthochschule aufgenommen worden sind.

 

Jude ist in Noahs Kapitel eine Draufgängerin, die mir in den Abschnitten relativ unsympathisch herüber kam. In ihren Kapiteln hingegen ist sie liebenswerter. Sie hat ja auch eine große Charakterwandlung hinter sich gelegt. Leider hat dies aber mit einem traurigen Ereignis zu tun, der in der Zwischenzeit vorgefallen ist. Dies hat die Zwillinge sehr erschüttert und sie haben damit beide auf ihre eigene Weise zu kämpfen.
Jude möchte bei dem Steinhauer Guillermo aus einem gewissen Grund neue Fähigkeiten erlernen. Dieser ist ein Eigenbrötler, den es zu knacken gilt. Er spielt aber noch eine andere Rolle in der Familie von Jude und Noah. Bei Guillermo lernt Jude Oscar kennen. Irgendwoher kennt sie ihn. Doch woher? Auf jeden Fall ist sie sehr fasziniert von ihm.

 

Jude spricht mit ihrer verstorbenen Großmutter, die immer wieder vor ihr auftaucht. Das ist eine Art Gabe der weiblichen Personen der Familie. Ihre Großmutter erscheint immer mal wieder. Irgendwie ist diese Bindung von Enkelin zur Großmutter etwas Besonderes.

 

Natürlich möchte ich auch nichts zu Noahs und Judes Verhältnis unerwähnt lassen. Die beiden haben sich im Alter von 13 Jahren auseinander gelebt. Eigentlich sind sie typische Zwillingsgeschwister, die auf besondere Art miteinander verbunden sind. Schnick-Schnack-Schnuck konnten sie nie spielen, da sie immer das Gleiche gewählt haben. Sie würden für einander alles geben. Doch alles ändert sich plötzlich und sie begegnen sich als Rivalen. Es ist wirklich traurig zu lesen, wie fies sie sich teilweise gegenseitig begegnen. Man hofft, dass sie wieder zueinander finden werden. Doch eine große Zeit wird vergehen bis es eventuell wieder zu Annäherungen kommt.
Süß finde ich, wie Noah und Jude die Welt bildlich untereinander aufgeteilt haben. Daher kommt wohl auch der Buchtitel „Ich gebe dir die Sonne“. Es gibt eine Schlüsselszene, die diesen Titel wohl erklärt…

 

Mich hat die Geschichte von Noah und Jude sehr berührt. Ich habe mit beiden mitgelitten und –gefiebert. Beide sollten unbedingt ein Happy-End erleben.

 

Der Erzählstil von Jandy Nelson gefällt mir gut und gerne möchte ich noch mehr von der Autorin lesen. Sie hat mich in den Bann gezogen, sodass ich oft meinen eBook-Reader nicht bei Seite legen konnte.

 

Mein Fazit
Ich gebe dem rührenden Buch „Ich gebe dir die Sonne“ fünf volle Sterne, weil es mich in den Bann gezogen und sehr berührt hat. Diesen Jugendroman kann ich nur weiterempfehlen.

 

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des eBooks für Rezensionszwecke. Es hat mir angenehme und rührende Lesestunden geschenkt.

 

Somit gibt es 5 von 5 Sternen von mir.

 

 

Rezension von: KR 

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